Erneut ist es bei einem Erste Liga-Fußballspiel in Vorarlberg zu Ausschreitungen gekommen. Beim Derby in Lustenau gab es am Freitagabend laut Polizei drei Verletzte, fünf Personen wurden festgenommen.

Zu den Ausschreitungen und Zwischenfällen kam es vor, während und nach dem Spiel des FC gegen die Austria Lustenau, berichtet die Polizei.Das Spiel sei schon mit einigen Minuten Verspätung angepfiffen worden, weil Austria-Fans Rauchbomben und Knallkörper Richtung Spielfeld geworfen hätten, sagt Polizei-Bezirkskommandant Fritz Gruber. Ein Knallkörper sei direkt neben einem Ordner explodiert, der dadurch zu Boden geschleudert wurde. Nach Angaben des Roten Kreuzes wurde der Mann vor Ort versorgt, musste aber nicht ins Spital gebracht werden.

Nach Angaben Grubers haben sich die Fans der Austria, des FC, des SCR Altach und von Rapid laufend gegenseitig provoziert.Nach dem Spiel sei die Situation dann eskaliert, und es sei auch zugeschlagen worden. Wenn die Polizei die Randalierer getrennt habe, sei für einige Minuten Ruhe gewesen, sagt Gruber, dann seien die Fans wieder aufeinander losgegangen.

Es wurden auch Polizisten vom Spiel in Dornbirn nach Lustenau beordert.Zur Verstärkung wurden auch Polizisten vom Spiel Dornbirn gegen Hartberg nach Lustenau abgezogen, denn auf der Birkenwiese sei alles ruhig abgelaufen. Insgesamt waren 34 Polizisten im Einsatz.

Neben den Festnahmen wurden auch zehn Wegweisungen ausgesprochen und Anzeigen wegen zwei Körperverletzungen, eines versuchten Widerstands gegen die Staatsgewalt und drei Ordnungsstörugen erstattet, so die Polizei.

Der Vereinsführung von Austria Lustenau macht Fritz Gruber keine Vorwürfe. Der Verein habe genug Ordner und Leute vom Wachdienst eingeteilt.

Anfang August hatte es nach dem Erstliga-Spiel Altach gegen Innsbruck mehrere Verletzte und Festnahmen gegeben.

Die Freude von Austria-Präsident Hubert Nagel über den 2:1-Sieg seines Vereins im Lustenauer Derby war angesichts der Ausschreitungen natürlich getrübt.

Nagels Ansicht nach müsste man Randalierer konsequent aus den Stadien aussperren können. Er wünsche sich in diesem Zusammenhang mehr Unterstützung durch die Exekutive, damit es auch im Vorfeld mehr Möglichkeiten gebe. Ein Ausschluss sei nur sehr schwer möglich, so Nagel.

Man müsse bei den Konsequenzen unterscheiden zwischen jugendlichen Lausbuben, die übers Ziel hinausschössen, und “halben Kriminellen”, die nur den Wirbel suchten. Eine größere Polizeipräsenz würde seiner Ansicht nach nichts bringen.

Was genau passiert sei und wer wen provoziert habe, könne er nicht sagen, so Nagel im Gespräch mit Radio Vorarlberg. Allein der Sieg sei natürlich schon eine Provokation für den Gegner, vielleicht seien auch hämische Worte gefallen. Er sei jedenfalls enttäuscht, dass es so abgelaufen sei, bisher sei es bei den Spielen immer friedlich zugegangen.