Bisher war Austria Salzburg die Lieblings-Gastmannschaft im Fußball-Unterhaus – garantiert sie doch volle Tribünen. Doch seit einige Austria-Fans in Saalfelden fast einen Spielabbruch verursachten, brodelt es hinter den Kulissen.

In Saalfelden stürmten am Sonntag vor einer Woche einige Austria-Fans aufs Spielfeld und attackierten dabei sogar den eigenen Fanbeauftragten. Der Vereinsvorstand reagierte mit Hausverboten. Beim Heimspiel in Salzburg-Maxglan gab es deshalb einen stummen Fanprotest gegen den eigenen Vorstand.

Am Wochenende geht es für die Austria nach Anthering. Seit fast zwei Monaten beschäftigen sich die Antheringer mit dem – aus ihrer Sicht – Spiel des Jahres. Der Platz in der Flachgauer Gemeinde ist klein und eng, es gibt keine fixe Tribüne, die Voraussetzungen für den erwarteten Fanansturm sind also denkbar ungünstig.

Das Spiel gegen die Austria ist so zwar einerseits der große Zahltag für den USV Anthering, andererseits aber auch ein Spiel mit Riesenaufwand.

Eine Straße wird extra gesperrt, allein 50 Ordner mussten organisiert werden. Man versucht, die Austria-Fans auf einer eigens errichteten Tribüne aus Europaletten zusammenzuhalten, um so Ausschreitungen zu verhindern. Die Randale von Saalfelden sollen sich nicht wiederholen.

Alle Augen sind auf die Austria und ihre Hardcore-Fans gerichtet – auch die des Salzburger Fußballverbands, sagte Geschäftsführer Reinhold Razocher.

“Es tut uns allen miteinander im Herzen weh, wenn wir sehen, wie der Verein von ein paar Unverbesserlichen immer wieder in Misskredit gebracht wird. Wir beobachten die Szene sehr genau, stehen auch ständig in Verbindung mit der Exekutive, um alle Möglichkeiten und Vorkehrungen zu treffen, um solche unschönen Szenen hinanzuhalten.”

Bei der Austria selbst versucht man es weiter mit Gesprächen, wiewohl die Aktionen der vergangenen Tage und Wochen Wirkung gezeigt haben.

Im Vorstand überlegen einige noch immer ihren Rücktritt. Hinter vorgehaltener Hand ist dabei sogar von Drohungen aus den eigenen Reihen gegen einzelne Vorstandsmitglieder die Rede.

Das Spiel in Anthering wird so zur ersten Nagelprobe für den brüchigen Burgfrieden in Violett, genauso wie das mit Spannung erwartete Stadtderby eine Woche später. Da ist der SAK zu Gast in Maxglan.
salzburg.orf.at