Deutschland
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Posted by admin on 22 Mai 2010 | Tagged as: Allgemeines, Deutschland, Informationen, Kurzmeldungen, Vereine
Posted by admin on 13 Jun 2009 | Tagged as: Allgemeines, Deutschland, Informationen, Kurzmeldungen, Vereine
Red Bull hat seine Fußball-Aktivitäten auf Deutschland ausgeweitet. Der Salzburger Getränkehersteller ging eine Partnerschaft mit dem SSV Markranstädt ein und wird ab der kommenden Saison mit dem „RasenBallsport Leipzig e.V.“ in der Oberliga Süd spielen.
Red Bull führt in Salzburg und New York bereits zwei Vereine, dazu gibt es in Ghana und Brasilien Nachwuchs-Akademien.
Nun bestätigte Red Bull den Einstieg in Deutschland. Im globalen Fußball-Konzept von Red Bull soll nun das „enorme Potenzial in der Fußball-Stadt Leipzig“ genützt werden und in Sachsen eine Euphorie schaffen, gab Red Bull in einer Presseaussendung bekannt. Das mittelfristige Ziel des derzeit fünftklassigen Clubs ist der Aufstieg in den Profifußball.
Der Nordostdeutsche Fußball-Verband (NOFV) gab dem neuen Leipziger Club am Samstag auf seiner Sitzung „Grünes Licht“. Zuvor hatte der Sächsische Fußball-Verband mit Zustimmung des SSV Markranstädt die Spielklassenzugehörigkeit auf den Verein Rasenballsport Leipzig e. V. übertragen. Der Vorstand des NOFV hat diesem Antrag, unter Voraussetzung der Erfüllung von Auflagen, zugestimmt.
„Wir wollen dabei helfen, dem Fußball in dieser Region wieder den Stellenwert zu geben, den er verdient. Red Bull kommt nicht nach Leipzig, um etwas wegzunehmen, ganz im Gegenteil“, erklärte Markus Egger, Geschäftsführer Red Bull Soccer. Die Verträge sind vor kurzem unterzeichnet worden, die Detail-Planungen beginnen in den nächsten Tagen, der Trainingsauftakt von RB Leipzig ist für Anfang Juli geplant.
Quelle:www.salzburg.com
Posted by admin on 29 Mai 2009 | Tagged as: Allgemeines, Deutschland, Informationen, Vereine
RB Leipzig bald in der 1. Bundesliga
Die Strategie
Erstens: Das mit viel Geld unterfütterte Unternehmen ist auf zunächst zehn Jahre angelegt, alle zwei Jahre soll ein Aufstieg gelingen, Fernziel ist – natürlich – die Bundesliga.
Zweitens: RB wird dabei nicht nur auf eigenes Personal und eigenes Knowhow setzen, sondern dem Ganzen einen regionalen Anstrich verleihen, sächsische Kräfte einbauen. Auf dass die Identifikation nicht vollends über Bord geht.
Posted by admin on 11 Mrz 2009 | Tagged as: Allgemeines, Deutschland, Frankreich, Griechenland, Italien, Kroatien, Österreich, Polen, Portugal, Schweiz, Serbien, Türkei, Ultras
Italien
Die mitgliederstärksten Jahre der italienischen Ultrà-Bewegung waren die 80er-Jahre. Aber auch heute noch gibt es einige Gruppen, die mehr als 10.000 Mitglieder haben. Einige wichtige Gruppen sind: Irriducibili Lazio, Ultras Granata, Brigate rossonere Milan, Brescia MU 1911, Curva Nord Bergamo. Die berühmtesten Gruppierungen, die die italienische Ultramentalität geprägt haben, haben sich wegen der andauernden Repression seitens der Lega-Calcio und der Polizei aufgelöst; Hierbei sind anzuführen: Brigate Gialloblu 71 Verona, FdL Milan, Bna Atalanta, Commando Ultras Napoli, Verona Front.
Aufgrund der sehr hohen Mitgliederzahlen einiger Gruppen haben diese oft einen großen Einfluss auf die Vereinspolitik. So durfte z. B. die mittlerweile aufgelöste Fossa dei Leoni entscheiden, was von wem in ihrer Fankurve verkauft werden darf. Allein wegen dieser vereinspolitischen Macht verschrieben sich einzelne Gruppen auch einer bestimmten politischen Richtung. So gibt es rechtsextreme Fangruppen wie die Irriducibili Lazio, aber auch neutrale oder linksextreme wie die mittlerweile aufgelöste Brigate Autonome Livornesi des AS Livorno Calcio.
Frankreich
Durch die Nähe zu Italien entwickelte sich in den 80er Jahren besonders im südlichen Frankreich ebenfalls eine Ultrà-Szene. Die ersten Gruppen bildeten sich in Marseille, nämlich das Commando Ultrà 84 und die South Winners 87. Beide Gruppen sind heute noch aktiv und gehören zu den kreativsten und meistgeachteten Gruppen. Darüber hinaus sind sie für ihre antifaschistische und antirassistische Grundeinstellung bekannt. In Paris bildete sich mit den Boulogne Boys im Jahre 1985 ebenfalls eine erste Ultrá Gruppe. Mit der Zeit breitete sich die Ultrà Bewegung über ganz Frankreich aus und die große Gruppen gewannen rasch an Einfluss.
So übernehmen in Marseille die Gruppen den Ticketverkauf für ihre Kurven selbst und üben so eine große Macht auf den Verein aus. Zu den bedeutendsten Szenen gehören nach wie vor Marseille und Paris, wo die Ultrà-Gruppen beide Kurven im Stadion einnehmen. In Paris sind neben den Boulogne Boys die Gruppen Supras Auteuil, Lutece Falco, Authentiks und Tigris Mystic zu nennen, wobei letztere von den Boys und rechtsradikalen Hooligans aus dem Stadion gedrängt wurde. Darüber hinaus verfügt Saint-Étienne mit den Gruppen Magic Fans und Green Angels über eine große Ultrà-Szene.
Deutschland
Deutschland erreichte die Bewegung erst Anfang der 1990er; erste Gruppe auf deutschem Boden waren wohl 1986 die Fortuna Eagles aus Köln. Mittlerweile existieren bei fast allen Vereinen der oberen drei Ligen, aber auch in hierarchisch tieferen Spielklassen Gruppen, die sich selbst als Ultràs sehen. Die größte Ultrà-Gruppierung Deutschlands befindet sich mittlerweile in Frankfurt. In vielen Fanszenen spielen die Ultràs allein schon deswegen eine dominante Rolle, weil es keine weiteren Gruppierungen gibt, die ihnen ihren Platz streitig machen könnten.
Das daraus resultierende Missverständnis, die Ultràs hätten einen Alleinvertretungsanspruch der Kurve und Befehlsgewalt über den Fanblock, führt immer wieder zu Konflikten zwischen Ultràs und unorganisierten Fans. So kommt es gelegentlich auch zu Auseinandersetzungen innerhalb einer Kurve. Auslöser dafür sind meistens Rufe von Personen, die verlangen, dass die Ultras absitzen und die Fahnen am Boden halten sollen (da diese die Sicht versperren). Andere kritisieren Ultras für körperliche Angriffe oder Einschüchterung von Nicht-Ultras.
Da Feuerwerkskörper aller Art in deutschen Stadien verboten sind, kommt es mittlerweile fast nur noch in unteren Ligen zum Einsatz von bengalischen Feuern und ähnlichen Mitteln. In der Bundesliga ist der Einsatz von pyrotechnischen Materialien zumindest im Ligabetrieb selten geworden.
Griechenland
Die Szene in Griechenland gilt als eine der extremsten Europas. Bei Duellen der großen Clubs im Großraum Athen (Olympiakos Piräus, Panathinaikos Athen, AEK Athen) kommt es häufig zu schweren Ausschreitungen. Deshalb ist es den dortigen Ultrà-Gruppierungen seit einigen Jahren verboten, Derbys im Stadion des Gegners zu besuchen. Die bekanntesten Gruppen sind Thyra 13 (Gate 13, Panathinakos), Thyra 7 (Olympiakos Piräus), Thyra 4 (PAOK), Super3 (Aris Thessaloniki), Monsters (AEL) und Original 21 (AEK Athen).
Kroatien
Die älteste Ultrà-Gruppierung in Kroatien ist die sog. Torcida von Hajduk Split. Die Gruppe hat ihre Wurzeln im Jahr 1950, als im Vorfeld eines entscheidenden Meisterschaftsspiels eine nach heutigen Maßstäben ultrà-artige Unterstützung organisiert wurde. Nach dem raschen Verbot durch die jugoslawische Staatsführung und der in den folgenden Jahren zwangsweise unorganisierten Anhängerschaft erfolgte 1980 eine Wiedergeburt. Heute sind die 1986 gegründeten Bad Blue Boys vom Hauptstadtklub Dinamo Zagreb die größten Rivalen in der Szene. Zwischen den Mitgliedern der rivalisierenden Gruppen kommt es häufig zu schweren gewalttätigen Auseinandersetzungen. Des weiteren erwähnenswert ist die Gruppe Armada, die den Verein HNK Rijeka unterstützt.
Serbien
Auch in Serbien gibt es bei vielen Vereinen Ultrà-Gruppierungen. Die größten Gruppen sind die Delije von Roter Stern Belgrad und die Grobari von Partizan Belgrad, aber auch bei OFK Belgrad und Vojvodina Novi Sad gibt es größere Gruppierungen. Weiter ist aber zu erwähnen, dass die Wörter Delije und Grobari eher zur allgemeinen Bezeichnung von Fans von Roter Stern Belgrad und Partizan Belgrad benutzt werden. Was auch heißt, jeder Fan von Roter Stern ist somit automatisch ein Delija und ein Fan von Partizan automatisch ein Grobar. Innerhalb der Delijas und der Grobaris gibt es neben unzähligen Fan-Gruppen und Fan-Clubs Ultrà-Gruppierungen. Im Marakana-Stadion von Roter Stern Belgrad sind in ihrer “Nordkurve” die Stühle so eingerichtet, dass sie in rot-weiß und in kyrillischer Schrift das Wort Delije (Mehrzahl von Delija) bilden. Die Benutzung von Pyrotechnik gehört in serbischen Stadien zum Alltag, außerdem kommt es im Umfeld von Fußballspielen häufig zu Gewaltausbrüchen.
Österreich
Die erste Ultragruppe des Landes nannte sich „Ultras Rapid Block West“, welche sich am 01. Februar 1988 gründete. Zum „guten Umgangston“ der Ultras gehören Doppelhalter, Schwenkfahnen sowie Schalparaden. Mit Venedig (Ultras Unione, VeneziaMestre, Rude Fans), München (Blue Vikings), Nürnberg und Athen (Gate 3, Mad Boys von Panathinaikos) hält man Freundschaften. Neben den Ultras Rapid gibt es beim SK Rapid Wien noch die Tornados Rapid sowie den Fossa dei Bastardi. Beim FK Austria Wien ist die Ultraszene recht unübersichtlich, als treibende Kraft dürfte man wohl die Fedayn Vienna ansehen. Zum Standardrepertoire gehören Doppelhalter und Schwenkfahnen. Beim VfB Admira/Wacker Mödling sind die Südstadt Fanatics beheimatet; man darf meistens Schwenkfahnen, Doppelhalter sowie Bengalen von ihnen erwarten. Durch die Übernahme Austria Salzburgs durch Red Bull litten Union Ultra ´99 sowie Tough Guys Salzburg 92 sehr. 1991 gründeten sich in Innsbruck die Verrückten Köpfe. Sie hegen Freundschaften zu „Ultras Frankfurt“, „BNA Bergamo“ und den „Freak Brothers Ternana“. Beim SV Ried agieren die Supras Ried. Für Doppelhalter sowie diversen Pyroaktionen mit Rauchtöpfen und Bengalos sind sie immer gut. SK Sturm Graz darf auf die Unterstützung der „Brigata Graz“, der „Grazer Sturmflut“ sowie der „Jewels“ zählen. Für größere Choreographien ist man zu Hause gut, beim Spiel gegen den Lokalrivalen GAK beteht fast eine Choreographiegarantie. Der Stadtrivale von Sturm Graz, der Grazer AK (GAK), ist für seine erlebnisorientierten Fans (Rote Armee Graz) ein Begriff. Des Weiteren gibt es noch die Armada sowie die Roadrunners. Das „Breganzium“ kann man in Bregenz am ehesten als Ultras bezeichnen. Unterstützt werden sie von „Sudden Death“. Der FC Kärnten wird durch Bengalen, Rauch und Doppelhalter von den Barrakudas unterstützt. Der LASK Linz baut auf die Unterstützung der „Vikings Linz“, die durch Schwenkfahnen, Doppelhalter und Bengalos supporten. Weitere Ultra-/Ultraorientiertegruppen sind das „Commando Ultra Leoben“ (DSV Leoben), die „Armadillo Gang“ (SV Mattersburg), die „Fanatics“ (SC Austria Lustenau), die „Linzer Pyromanen“ (FC Blau-Weiß Linz), die „Viennas Weirdoz“ (First Vienna FC 1894), die „Steher Krems“ (Kremser SC) sowie die „Ultras Wiener Neustadt“ (1. Wiener Neustädter SC). Noch kurz erwähnt werden sollte die „Friedhofstribüne“ des Wiener Sportclubs, die sich dem britischen Support verschrieben haben, dafür aber beachtlich.
Portugal
Auch in Portugal gibt es einige Ultrà-Gruppierungen. Die bekanntesten sind die Diabos Vermelhos und No Name Boys (abgekürzt NN) von Benfica Lissabon. Außerdem gibt es noch die Super Dragões vom FC Porto, sowie die Juve Leo und Torcida Verde von Sporting Lissabon. Alle anderen Ultrà-Gruppierungen sind eher weniger bekannt.
Türkei
Wie im gesamten Balkanraum gehört auch die Szene in der Türkei zu den ausgeprägtesten Ultrà-Bewegungen Europas. Neben den Gruppen der İstanbuler Großklubs ultrAslan (Galatasaray), Kill For You (Fenerbahçe) und Çarşı (Beşiktaş) gibt es auch etabilierte Gruppen vieler anatolischer Mannschaften, wie z.B. Teksas (Bursaspor), Gecekondu (Ankaragücü), Tatangalar (Sakaryaspor) und Karşıyaka Çarşı (Karşıyaka SK). Der Türkische Fussballverband und die Vereinsvorstände entscheiden zu Saisonbeginn, ob Ultrà-Gruppierungen Spiele in den Stadien der “Erzrivalen” besuchen dürfen. Hin und wieder bekommen auch die Spieler die Rivalitäten in Form von Feuerzeugen, Kleingeld oder Plastikflaschen zu spüren. Bei folgenden Begegnungen kommt es nicht selten zu Ausschreitungen: Galatasaray – Fenerbahce, Bursaspor – Beşiktaş, Karşıyaka SK – Göztepe.
Schweiz
In der Schweiz sind in den letzten Jahren auch bei den meisten erstklassigen Vereinen Ultrà-Gruppierungen entstanden; die wichtigsten sind in Basel, Bern, Zürich, Sion, Luzern und St. Gallen beheimatet. In Zürich findet man die Ultràs vor allem in der sogenannten „Zürcher Südkurve“, welche den FC Zürich unterstützt. Sie sind in der ganzen Schweiz bekannt für sehr kreative und aufwändige Choreographien. Auch beim Stadtrivalen Grasshoppers Zürich (GC) gibt es zwei große Ultrà-Gruppierungen (Blue Side, Bulldogs) in der sogenannten „Estrade Ost“. Zu erwähnen sind auch die Zaungäste und BWEL, welche den FC Luzern unterstützen, die Ultras Sion, Freaks Sion oder Red Side des FC Sion, die „Greenflash“, „Jokers“ und die „Green-Fires“ beim FC St. Gallen in der Südkurve und die Ultrà Gruppierungen in der Ostkurve Bern der Young Boys Bern wie Maniacs, Schurken oder Capital Followers.
Hervorzuheben sind auch die Inferno Basel vom FC Basel, die in der „Muttenzer Kurve“ beheimatet sind. Obwohl die Basler Fans für ihre aufwendigen Choreos bekannt sind, machte die Basler Szene auch immer wieder negative Schlagzeilen. Nach der knapp verpassten Meisterschaft 2006 (letztes Spiel) im eigenen Stadion gegen den FC Zürich kam es zu einem Platzsturm und Ausschreitungen im und außerhalb des Stadion, nachdem der FC Zürich in der 93. Minute das meisterschaftsentscheidende Tor schoss. Die Basler Ultràszene ist für ihre Krawalle bekannt; so wurde der Gästesektor im Stadion Hardtum der Grasshoppers Zürich mehrmals in Brand gesetzt und dadurch Sachschaden verursacht.
Am 5. Dezember 2004 kam es in Zürich am Bahnhof Zürich-Altstetten (wenige Wochen nach den verheerenden Krawallen in Zürich) zu einer umstrittenen Polizeiaktion. Vor dem Spiel Grasshoppers Zürich – FC Basel wurden um die 450 Basler Fans (darunter viele Ultrà-Anhänger), die mit einem Sonderzug anreisten, von der Zürcher Polizei zum Teil bis zu 24 Stunden zur Untersuchung festgehalten. Diese übertriebene Aktion löste in der ganzen Schweiz scharfe Kritik gegenüber der Zürcher Polizei und der Stadt Zürich aus.
Ende 2006 kritisierten viele Schweizer Städte die Liga und die Vereine, weil der größte Teil nichts an die inzwischen notwendig gewordenen hohen Ausgaben der Städte für die Sicherheit (ab 100.000 CHF pro Heimspiel) bezahlt. In den letzten Jahren wurde die Gewalt bei Schweizer Fußballspielen (von Ultràs und Hooligans) von Medien und Politik stärker als früher registriert und ist deshalb heute ein großes Gesprächsthema.
Polen
In den 70er Jahren kamen die ersten Supporters Clubs auf. Vorreiter waren Legia Warszawa, LKS Lodz und Gornik Zabrze. Die Jugendlichen entdeckten in den 80er Jahren die Fußballstadien für sich und so kamen die ersten Eindrücke aus England und Deutschland in die Stadien. Hierdurch hielt insbesondere der Hooliganismus Einzug in die Stadien, ebenso wurden die Dauergesänge übernommen. Dies blieb bis in den 90er Jahren im gemäßigten Rahmen. Ab Mitte der 90er werden große Sektoren der Fanblöcke ausschließlich von Hooligans und Ultras besetzt. Der polnische Hooligan/Ultra ist normaler Statur, fällt aber durch seine brachiale Gewaltbereitschaft und den Einsatz von Waffen auf. In der Fanszene gilt nicht der Fanclub/Gruppe sondern einzig und allein die Szene/Kurve. Es gilt als höchste Maxime, sich dem Gegner von der besten Seite zu zeigen. Dazu gehören Schwenkfahnen, Papierrollen, Bengalfackeln, Konfetti und Rauchtöpfe. Choreographien sind in Polen eher selten, man beschränkt sich vielmehr auf den Einsatz von Pyrotechnik. Die Gesänge sind sehr individuell und verfügen über einen langen derben und brutalen Textinhalt. Ziel dabei ist es den Gegner bzw. die Polizei zu provozieren. Das Zerstören der gegnerischen Fahnen ist ein besonderer Aspekt der polnischen Fankultur. Ausschreitungen zwischen den Gruppen sind häufiger und brutaler als in Deutschland. Die Staatsmacht ist der Todfeind Nr. 1 im Land. Dieser Hass stammt aus der Zeit des Sozialismus. So waren Einheiten der Zomo Polizei mit kaum vorstellbarer Brutalität gegen die Bevölkerung vorgegangen. Aufgrund des Hasses sind selbst gemeinsame Aktionen gegen die Polizei von total verfeindeten Gruppierungen möglich. Mittlerweile ist im Land keine Fanszene mehr vorhanden, da der Hooliganismus alles aufgesaugt hat. Selbst der Fußball wurde zweitrangig. In den Hochburgen des polnischen Fußballs, in den Städten mit zwei Clubs und im Kohlenpott, gibt es fast täglich Ausschreitungen. Dabei wird mit allem gekämpft was tragbar ist (Messer, Äxten, Latten, Baseballschläger). So kam es bereits zu mehreren Todesfällen. Auswärtsfahrten sind meist gefährlich oder mit entsprechend mehr Kosten verbunden. Die Gründe hierfür liegen beim Gastgeber, der Polizei und bei dem Schaffner, da die Auswärtsfahrten meist mit dem Zug absolviert werden. Bei vielen Vereinen wurden die Eskapaden der „Fans“ nicht mehr hingenommen und so sperrten sie kurzerhand die Gästeblöcke. Aufgrund des polnischen Fußballverbands der dieses nicht akzeptierte, mussten viele Vereine ihren Gästeblock wieder öffnen. Selbst wenn Gästefans zugelassen sind, kann es passieren, dass die Polizei die Zugfahrt zu brisanten Auswärtsfahrten, durch Sperren des Abfahrtbahnhofs verhindert. Für die Zugfahrt werden generell keine Fahrkarten gekauft, sondern für den Schaffner gesammelt. Passt dem Schaffner der Betrag nicht oder die Gruppe benimmt sich nicht wie es der Schaffner möchte, kann es sein, dass der Waggon in einem Bahnhof ohne weitere Verbindung vergessen wird oder die Fans von der angeforderten Polizei aus dem Zug geschmissen werden. Trotz der Gewaltexzesse ist das Verhältnis zwischen Fans und Verein gut, so wird Pyrotechnik erlaubt und Fanutensilien können im Stadion untergebracht werden. Die Unterstützung der Nationalmannschaft ist ein kompliziertes Thema. Es könnte ein gewaltiger Mob das Team unterstützen, wenn sich die Gruppen nicht untereinander bekriegen würden. Derzeit gibt es eine Koalition aus fast allen großen Gruppen des Landes, wobei Initiator die Ultras bzw. Hools von Legia Warzawa sind. Ausgenommen hiervon ist die Gemeinschaft von Arka Gdynia – Lech Poznan – Cracovia (ALC), diese dürfen bei Länderspielen das Stadion nicht betreten. Hool-Allianzen sind im Land sehr von Bedeutung, so sind insbesondere folgende drei Allianzen zu beachten:
1. Arka Gdynia – Lech Poznan – Cracovia Krakow
2. Slask Worclaw – Lechia Gdansk – Wisla Krakow – Zaglebie Lubin
3. Legia Warzawa – Pogon Szczecin – Zaglebie Sosnowiec
Ein Ende der Gewaltorgien und somit ein „normales“ Fanleben ist derzeit nicht in Sicht. Die Politik hat bereits kapituliert, so kann evtl. der Fußball selber, wenn er wieder attraktiver und vor allem ehrlicher wird, das ganze wieder in geordnete Bahnen lenken.